Freilichtmuseum Vysoký Chlumec
Ländliche Baukunst im mittleren Moldautal

Vysoký Chlumec liegt 35 km südlich von Pøíbram und 8 km südwestlich von Sedlèany in der malerischen Landschaft des mittleren Moldautales. 1998 erwarb das Bergbau-museum Pøíbram ein Gelände von 3 ha von den Fürsten Lobkowitz. 2000 begann der Aufbau des Museums der bäuerlichen Architektur des mittleren Moldautales. Hierher werden bedrohte und bedeutende Bauten der Volksarchitektur transloziert. Das Erfassungsgebiet liegt in der Region Pøíbram unter besonderer Beachtung des Gebietes Sedlèany.
An einem malerisches Bachtal mit kleinem Teich wurden schon einige Bauten einfühlsam wieder errichtet: Bauernhäuser, Speicher, ein Sägegatter mit Wasser-radantrieb und weitere werden folgen. Diese Bauwerke stammen überwiegend aus dem 18.-20. Jh. Insgesamt soll das Freilichtmuseum einmal 20 - 25 Gebäude umfassen.

Das erste, 2000, translozierte Gebäude war das Haus Nr. 4 aus Obdìnice bei Petrovice. Besonders anspruchsvoll war die Umsetzung der Schwarzküche mit Kamin im Block mit immerhin 30 t Gewicht. Das Haus war 2001 fertig gestellt und abgenommen, es folgte die Innenausstattung. Mittlerweile ist das Gebäude zu besichtigen.
2001 wurden 2 Speicher (Schrotholzbauweise) umgesetzt, die aus Poèepice, vom Bauerngut Nr. 2, stammen. 2002 wurden ein Meilenstein, ein Grenzstein und ein Steinsockel für ein gusseisernes Kreuz transloziert.
Auf dem Museumsgelände haben sich auch Fischteiche erhalten, die später zusammen mit einem Teichwächterhaus einen Einblick in die Teichwirtschaft und Fischzucht im Gebiet Sedlèany geben können.
Ein besonderer Sammelschwerpunkt sind Maschinen, Geräte und Werkzeuge. Diese Gegenstände sollen die Lebensbedingungen der Dorfbewohner des mittleren Moldautales vom Ende des 19. bis zum 1. Drittel des 20. Jh. verdeutlichen. 2005 umfasste der Sammlungsbestand ca. 270 dieser Gegenstände. Bei der Gestaltung der Ausstellung wird auch der Sammlungsbestand des Bergbaumuseums Pøíbram und des Stadtmuseums Sedlèany, mit dem eine enge Zusammenarbeit besteht, genutzt.

2001 wurde das Sägegatter umgesetzt, das ursprünglich aus Sloupnice stammt. Es ist ein Horizontalsägegatter aus der 2. Hälfte des 19. Jh. mit dem das Zusägen von dicken Baumstämmen möglich war. 2001 begann man mit dem Aufbau des steinernen Kellers (Sägekeller), 2002 erfolgte der Bau des Schutzdaches und 2003 wurde die technische Einrichtung montiert.
2003 wurde das Schrotholzhaus (Haus Nr. 3 aus Arno¹tovice bei Votice) und der Schrotholzspeicher vom Bauernhof Nr. 1 in Ratiboø bei Chy¹ky wieder errichtet. Außerdem wurde das gusseiserne Kreuz von 1880 auf dem Steinsockel montiert. Gegenwärtig kann man die translozierten Bauten der Volksarchitektur, eine Bauernstube vom Ende des 19./Anfang des 20. Jh. und eine kleine Ausstellung zum Museumsaufbau besichtigen. In dieser Ausstellung sind auch die Ergebnisse der archäologischen Funde und der dendrologischen Analysen zu den Holzbauten besichtigen. Die Ausstellung zeigt die historische und ethnografische Entwicklung der Region Sedlèany (Orlik-Stausee). Die Ausstellung wird durch Gegenstände aus dem Sammlungsfundus ergänzt, z. B. dem profilierten Holzsäulchen vom Wirtschaftsbau aus Mezihoøi bei Petrovice und Böttcherwerkzeug aus ©estrouò bei Sedlèany.

2004 hat die Translozierung des Schrotholzhauses, Haus Nr. 10 aus Ma¹ov bei Petrovice, begonnen. Außerdem wurde am Bauernhaus ein Taubenhaus aus Pojezdec bei Kosova Hora aufgestellt und auf die steinernen Sockel aus Petrovice bei Sedlèany wurden die gusseisernen Kreuze vom Friedhof der Kirche Obdìnice bei Sedlèany montiert.
Neu sind ein Speicher, umgesetzt aus Poèepice, und Geräte und Werkzeuge zur Verarbeitung und Lagerung des Getreides und des Mehls. Eine Ausstellung zur Bienenzucht befindet sich im Bienenhaus von Sedlèany. Das hölzerne (Eichenholz), oberschlächtige Wasserrad zum Sägegatter mit einem Durchmesser von 3,20 m und einer Breite von 90 cm wurde montiert.
In Vysoký Chlumec feiert man jährlich Fasching und seit 2004 wird eine Wanderung auf den Spuren von Jakub Krèín von Vysoký Chlumec nach Obdìnice bei Petrovice vom Bergbaumuseum Pøíbram und der Gemeinde Vysoký Chlumec durchgeführt. Seit 2004 existiert in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Chotilsko eine Arbeitsstelle im Kreuzherrenspeicher Prostøední Lhota mit einer Ausstellung zum Leben der Landbevölkerung des mittleren Moldautales.
2005 wird das Haus Nr. 10, aus Ma¹ov, mit einer Stube in Schrotholzbauweise aus dem 18. Jh. und einer schwarzen Küche mit Kamin, die 2004 im Block mit 32 t Gewicht umgesetzt wurde, fertig gestellt. Ausstellungen werden im Haus Nr. 3, Arno¹tovice, und dem Haus aus Obdìnice (Ausstellung zu Sägemühlen) eröffnet.
