Der ©evèin- Schacht

Der ©evèin-Schacht ist ein einzigartiges technisches Denkmal und ein Wahrzeichen von Pøíbram-Bøezové Hory. 1813, zu Beginn der größten Blütezeit des hiesigen Bergbaus, wurde an der Stelle der ehemaligen mittelalterlichen Grube ein neuer Schacht abgeteuft. Sein ursprünglicher Name lautete Kaiser Franz I., später Kaiser Franz Josef I. (zu Ehren der ehemaligen habsburgischen Herrscher). Unter den Leuten bürgerte sich im Laufe der Zeit die Bezeichnung Franz-Schacht ein. Das änderte sich auch durch die Umbenennung nach der Gründung der Tschechoslowakischen Republik 1918 kaum, als im Zusammenhang mit der Abschaffung der Symbole der ehemaligen Monarchie der Name ©evèin-Schacht nach dem bedeutenden ©evèiner Erzgang gewählt wurde.

Die maximale Tiefe der 32. und letzten Sohle des ©evèin-Schachtes lag bei 1 092,1 m; die freie Tiefe unter dieser Sohle misst 1 128,8 m und wurde 1909 erreicht. Im Zusammenhang mit der Stilllegung des Erzreviers in der Lagerstätte Bøezové Hory 1978 wurde elf Jahre später die Verwahrung des Bergwerks durch Versatz in einer Tiefe von 47 m und eine Abdeckung des Schachtes mit einer Betonplombe abgeschlossen.

Im Zentrum des Interesses von Laien und Fachleuten steht seit 1979 das einzigartige 37,5 m hohe Hauptschachtgebäude, das 1879 im Stil der Malakoff-Industriearchitektur (eine Kombination von Ziegeln und Naturstein) erbaut wurde und aus dem das Holztürmchen mit einem Umgang ragt (angeblich für astronomische Beobachtungen vorgesehen). Im Innenraum des denkmalgeschützten, vom Bergbaumuseum Pøíbram genutzten Objekts, dessen Aufnahme in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes erwogen wurde, ist eine thematische Museumsausstellung aufgebaut.

Im benachbarten Maschinenhaus, das 1879 bis 1880 im selben architektonischen Stil errichtet und der Öffentlichkeit als Bestandteil des Museums im Jahr 1994 zugänglich gemacht wurde, befindet sich ein weiteres technisches Denkmal: der zweistufige liegende Kolbenkompressor 500/310, der im Jahr 1928 vom Königsfelder Maschinenbaubetrieb Brünn hergestellt und im hiesigen Revier auf dem ©tefánik-Schacht (ursprünglich Rudolf-Schacht) eingesetzt wurde.

Gegenüber von Förderturm und Maschinenhaus steht das Gebäude der ehemaligen Scheidebank, das später anderen Betriebszwecken des Schachtes angepasst und zwischen den Weltkriegen in eine Turnhalle für den Sportverein Sokol umgebaut wurde. Es wird seit 1981 vom Museum genutzt.

Ein wichtiger Teil des ©evèin- Schachtes ist die Kaue aus dem Jahr 1880, wo die Besucher des hiesigen Bergbaumuseums die Sammlung "Aus der Geschichte des Pøíbramer Bergbaus" sehen können.

Das Gelände des Bergbaumuseums Pøíbram, das vom Mittelböhmischen Bezirk getragen wird, ergänzt ein einstöckiges Gebäude aus den Jahren 1884 bis 1885, in dem ursprünglich Wohnungen von Bergbeamten und -technikern waren. In diesen für das Museum hergerichteten Räumen werden die mineralogisch-geologischen Sammlungen der hiesigen Silbererzgruben, der Uranlagerstätte, des Eisenhüttengebietes Podbrdsko sowie einzigartige paläontologische Musterexemplare deponiert und ausgestellt.

Im südlichen Teil des ©evèin-Schachtes finden wir die ehemaligen Bergbäder mit Herberge und Suppenausgabe. Sie wurden 1884 bis 1886 als Teil eines grösseren Bauvorhabens der damaligen Bergdirektion errichtet.

Im Hof des ©evèin-Schachtes konnte die Grubenbahn teilweise rekonstruiert werden, die hier 1884 bestand. Hier wurde eine Ausstellung von historischer und neuzeitlicher Bergbautechnik sowie von Maschinen und Anlagen installiert, welche die einzelnen Arbeitsabläufe unter Tage bis zum Transport über Tage näher bringt. Die überwiegende Mehrzahl der heutigen Exponate wurde ursprünglich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den ehemaligen Erzbergwerken und den Uranbergwerken Pøíbram eingesetzt. Die Grubenbahn wurde zum Erztransport vom ©evèin-Schacht über die Brücke über die Straßen Pod Kovárnami und Pod Struhami entlang zum Portal des ©evèiner Förderstollens gebaut. Das Mundloch befand sich an der Adalbert-Aufbereitungsanlage. Ein Teil dieser Bahn, die 2005 dank der Zusammenarbeit von Museum, dem Staatsbetrieb DIAMO und der Stadt Pøíbram erneuert wurde, dient heute zur Beförderung der Museumsbesucher. Auf dem Hof des ©evèin-Schachtes fanden auch der in der senkrechten Förderung vom 16. bis 19. Jahrhundert eingesetzte Pferdegöpel, der Förderhaspel und das Bergglöckchen als Repliken ihren Platz. Durch sein Gelände und die Anzahl der Ausstellungen ist das Bergbaumuseum Pøíbram zum größten Bergbaumuseum in der Tschechischen Republik und zu einem der größten in Europa geworden. Beim Aufbau des Museums an diesem Standort hat sich besonders der Bergbauhistoriker PhDr. Jiøí Majer, CSc. (geboren 1922) verdient gemacht.


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