
Die Gemeinde Prostøední Lhota befindet sich etwa 5 km südlich von Nový Knín in Richtung Cholín, in der Nähe der Moldau. Die Gemeinde liegt im unteren Teil des mittleren Moldautales, der bei Slapy endet. Erstmalig wird die Gemeinde 1335 erwähnt. Die Gemeinden Prostøední Lhota und das benachbarte Záborná Lhota wurden vom Kníner Stadtbürger Kucman von Hohenstollen gegründet, dieser war in der 1. Hälfte des 14. Jh. in Nový Knín ein reicher Bergbauunternehmer. 1669 kam die Gemeinde Prostøední Lhota in den Besitz der Kreuzherren (Kreuzherrenorden mit dem roten Stern). Der Orden erwarb das Herrschaftsgut Starý Knín, zu dem auch Prostøední Lhota gehörte von Peter Vratislav von Mitrovitz.
Die Geschichte der Besiedelung der Region Nový Knín lässt sich an Hand von Funden aus dem späten Paläolithikum (11000 - 6000 v. u. Z., Hrazany) und dem Mesolithikum/Neolithikum (7000 - 5000 v. u. Z.; Kozí Hory) nachweisen. Eine Kolonisation setzte erst im 3. Jahrtausend mit der Cham-Kultur (Nal¾ovické Podhájí, Èím) ein. Aus der Bronzezeit stammen die Hügelgräber von Záborná Lhota (1200 - 900 v. u. Z.). Die ältere Eisenzeit ist mit Urnengräbern bei Starý Knín (500 v . u. Z.) vertreten. Aus der jüngeren Eisenzeit sind mehrere Fundorte urzeitlicher Besiedlung bekannt, der Bedeutendste ist das keltische Oppidum Hrazany. Vom 1. - 10. Jh. kommt es zu einer erneuten Kolonisation des Gebietes an der Moldau, diese erreicht im 13. - 15. Jh. ihren Höhepunkt. Der Ausbau der Moldau-Staustufen veränderte des Gebiet tiefgreifend im 20. Jh.

Im Speichergebäude befindet sich eine Ausstellung zum Leben der Landbevölkerung des mittleren Moldautales. Diese Ausstellung soll mit den landwirtschaftlichen Maschinen, Geräten, Werkzeugen und der Wohnungsausstattung mit der Lebenswelt der ländlichen Bevölkerung in der 2. Hälfte des 19. Jh. bis zum 1. Drittel des 20. Jh. vertraut machen. Erstaunlicherweise haben sich trotz der 40-jährigen sozialistischen Landwirtschaft viele landwirtschaftliche Maschinen, Geräte und Haushalts-gegenstände erhalten. Das Leben auf dem Bauernhof und die handwerkliche Produktion auf dem Dorf werden mit Exponaten vom Ende des 19. Jh. bis zu den 30er Jahren des 20. Jh. dargestellt. Eindrucksvoll sind die Fotodokumentation der Moldau (vor dem Bau der Staustufen), dem Leben in den Gemeinden, Ortschaften und Einsiedeleien sowie die komplette Einrichtung einer Dorfschänke.
Die Tradition der Motorradrennen wird mit einer Ausstellung von historischen Motorrädern und Siegertrophäen dokumentiert. Im 3. Stock findet man eine Fotodokumentation von seltenen Pflanzen aus Mittelböhmen des Fotografen Jiøí Kubík.
Am Kreuzherrenspeicher befindet sich die Jahreszahl 1770, er ist Bestandteil des Gutshofes, der dem Kreuzherrenorden mit dem roten Stern gehörte. Der Speicher hat einen rechteckigen Grundriss mit gerundeten Ecken, auf den Längsseiten Lisenen mit Lüftungslöchern. Die Schmalseiten werden durch Volutengiebel mit geschwungenen Simsen betont. Der Speicher ist ein Barockbau und gehört zu den beeindruckendsten landwirtschaftlichen Bauten in den Dörfern des südlichen Teils Mittelböhmens.

Der Verdienst der Gemeinde Chotilsko ist es eine sinnvolle Umnutzung des Speichers zu Ausstellungszwecken gefunden zu haben. Ein Teil der Exponate sind Leihgaben von Bewohnern aus Chotilsko, Prostøední Lhota, Smilovice u. a. Orten der Region Nový Knín und Dobøí¹. Die Ausstellung bildet mit dem Freilichtmuseum zur bäuerlichen Architektur - Vysoký Chlumec - und der Ausstellung von Handwerk und Industrie in Nový Knín im Museum für Goldbergbau und -verarbeitung (beides Außenstellen des Bergbaumuseums Pøíbram) eine Einheit. Es ist so möglich, den Barockspeicher und das bäuerliche Wohnen im 19. und der 1. Hälfte des 20. Jh. kennen zu lernen. 2005 wurde eine kleine Ausstellung zum Kreuzherrenorden mit dem roten Stern eröffnet.
Im Speichergebäude sollen auch zukünftig Sonderausstellungen zur Geschichte der umliegenden Gemeinden und zur Region statt finden. Die Umgebung von Prostøední Lhota hatte besonders im 16. Jh. eine große Bedeutung im Zusammenhang mit der Goldförderung. Das Golderzrevier erstreckte sich im Gebiet der Gemeinden Smilovice, Èelina, Mokrsko und Prostøední Lhota. Der Bergbau in diesem Gebiet gehörte zum Bergamtsrevier Nový Knín. Der Kreuzherrenspeicher verbunden mit historischen Fakten und der malerischen Landschaft vermitteln ein eindrucksvolles Bild vom Leben im mittleren Moldautal.