Museum des Goldes Nový Knín
Museum zu Goldbergbau und -verarbeitung

An den Goldbergbau in der Region Nový Knín, der viele Jahrhunderte andauerte, erinnert das 1999 eröffnete Museum zu Goldbergbau und -verarbeitung. Das Museum wurde von der Stadtverwaltung Nový Knín in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Klub der Goldgräber gestaltet. Anlass dazu war die Weltmeisterschaft im Goldwaschen im Tal des Kocába-Baches bei Malá Leèice.

Hier wurde nun die erste, vorerst nur zeitweilig geplante, Ausstellung zur Bergbaugeschichte von Nový Knín und zur zwanzigjährigen Geschichte der Wettbewerbe im Goldwaschen in der Tschechischen Republik geschaffen. Die Leihgaben kamen vom Klub der Tschechischen Goldgräber, dem Nationalmuseum Prag, dem National Technischen Museum Prag, dem Regionalmuseum Jílové (Eule) bei Prag, dem Bergbaumuseum Pøíbram, der Stadtverwaltung Nový Knín und Privatpersonen.

Bedingt durch das große Besucherinteresse entstand daraus eine Dauerausstellung, die 2000 als Außenstelle des Bergbaumuseum Pøíbram (Trägerschaft: Mittelböhmischer Kreis) eröffnet wurde. Das Museum befindet sich im Gebäude der ehemaligen Münze am Jiøí-von-Podìbrady-Platz. Die erstmalige Erwähnung des Gebäudes erfolgte 1464, zur Regierungszeit Jiøí von Podìbrady. Dieser erneuerte 1461 die Rechte der Königlichen Bergstadt Nový Knín. Durch die Erneuerung der Rechte sollte ein neuer Aufschwung der Goldgruben und des Goldbergbaus herbei geführt werden, da dieser durch die Hussittenkriege fast zum Erliegen gekommen war. 1490 - 1644 war hier das Bergamt untergebracht, das für einen geordneten, sicheren Betriebsablauf verantwortlich war. Hier im Bergamt wurde auch 1536 - 1650 das "Bergbuch" als Nachweis geführt. Der Zweck der Münze bestand, ähnlich wie in Jílové, im Ankauf des Goldes von den Grubenbesitzern für den König. Höchstwahrscheinlich wurden aber in Jílové und Nový Knín keine Münzen geprägt. Das Gold wurde in die Prager Münze zur weiteren Verarbeitung transportiert.

Zu Anfang des 20. Jh. befand sich das Haus im Eigentum der Familie Nìsuta, die es auch bei den Instandsetzungsarbeiten 1915 nicht veränderte. Ein Zeichen der bergmännischen Vergangenheit sind Schlägel und Eisen über dem eisernen Tor.

Die Geschichte des Golderzreviers Nový Knín

Die Ausstellung gibt Auskunft über die Gründung des bergmännisch geprägten Ortes Nový Knín, den Aufschwung in allen Teilen des Reviers in der Umgebung der Stadt vom 11. Jh. an. Historisches Grubenrisse dokumentieren den über- und untertägigen Bergbau und die Kenntnisse über die Vererzungen in Zeiten der Blüte des Bergbaus. Die Modelle zur Goldaufbereitung und Teile von historischer Goldaufbereitungstechnik vermitteln ein historisch getreues Bild der Abbau- und Aufbereitungs-technik der damaligen Zeit.

Die Begleittexte stammen aus der Stadtchronik, die J. Valenta zu Anfang des 20. Jh. verfasste. So entsteht ein historisch getreues Bild der Abhängigkeiten zwischen Perioden der Blüte des Bergbaus, Interesse der Stadt an einzelnen Gruben, Entwicklung des Handwerks und der Stadt, sowie der umliegenden Ortschaften. Hier zeigt sich auch die Bedeutung von Nový Knín für das Königreich Böhmen im Mittelalter.

Schon bei der Vorbereitung der zeitweiligen Ausstellung kam es zu unerwarteten Entdeckungen, die das Interesse der Fachwelt erregten. In der Ausstellung sieht man bergmännisches Arbeitsgerät z. B. Schlägel, Eisen, Keilhaue und Kratze aus dem Mittelalter.

Gussformen aus Ton, Werkzeuge und weiteren Gegenstände aus dem mittelalterlichen Ort mit einem Eisenschmelzofen beweisen die frühe Besiedlung bedingt durch die Goldfunde im oberflächennahen Bereich. Bei Terrainerkundungen fand man die bis dahin unbekannten Reste der Gewinnung von Golderzen beim 4. Hammerwerk am Kocába-Bach und Nachweise der primären sulfidischen Goldvererzung im Babí dùl (Baba-Tal) bei Malá Leèice.

Wieder entdeckte Stollenmundlöcher und weitere Funde werden nach wissenschaftlicher Bearbeitung ständig zur Erweiterung und Ergänzung der Ausstellung beitragen.

Die Ausstellung gliedert sich in 3 Teile: erstens den historischen Teil vom Beginn der Förderung im Revier bis zu ihrem Niedergang in Verbindung mit der Geschichte von Handwerk und Industrie im Gebiet von Nový Knín und zweitens die Übersicht der geologischen Erzlagerstätten. Mit Forschungen zu den bedeutendsten Lagerstätten beschäftigen sich schon längere Zeit Geologen, die gleichzeitig Lehrpfade gestaltet haben. Die beutendsten Lagerstätten befinden sich innerhalb von 3 Haupterzzonen mit den bedeutendsten Abbauorten: Kamlová-Libèice, Borotice, Dra¾etice, Chvojná, Psí Hory-Mokrsko und Èelina. Die Proben von Mineralien der verschiedenen Fundorte der Hauptzonen werden durch Schemata und geologische Karten ergänzt. Proben feinkörnigen Goldes werden zur Veranschaulichung durch Mikro-Fotografien der ausgestellten Proben ergänzt.

Gold in der Gegenwart

Ein weiterer Teil der Ausstellung führt zu den goldführenden Tälern der Otava, Blanice, Sázava, Rimavice und anderen Orten, die mit der 20-jährigen Geschichte des neuzeitlichen Goldwaschens in Böhmen, Mähren und der Slowakei verbunden sind. Es werden die Austragungsorte der Weltmeisterschaften, die Ergebnisse der tschechischen Goldwäscher aus den 90er Jahren des 20. Jh. und die Preise der Weltmeisterschaften in Kalifornien, am Yukon, in Finnland und in Frankreich in Verbindung mit Bildern und originalen Gerätschaften der Goldwäscher vorgestellt.

So wird in diesem Museum die Geschichte des Goldbergbaus für die Nachwelt dokumentiert. Durch die fallenden Preise auf dem Weltmarkt wurde der Goldbergbau schon lange still gelegt und nur die Wettbewerbe im Goldwaschen erinnern an eine lange geschichtliche Tradition.


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