Die Dampffördermaschine des Anna-Schachtes

Die Stadt Pøíbram rühmt sich vieler Denkmäler, die überwiegend mit dem Bergbau zusammenhängen. Eines der wertvollsten Denkmäler auf dem Gelände des Bergbaumuseums Pøíbram - Bøezové Hory ist die Dampffördermaschine des Anna- Schachtes im Maschinenhaus, das im Jahr 1913 erbaut wurde. Anschließend erfolgte im März 1914 im Maschinenhaus die Montage der damals neuen - bis dahin größten - Fördermaschine, die zum direkten Transport aus einer Tiefe von 1 300 m, dann 1 450 m vorgesehen war. Es wurde eine liegende Zweizylinder-Verbund-Dampfmaschine mit einer Radovanoviè-Steuerung (Dampfzylinderbohrungen 800 mm, Hub 1 800 mm, Dampfbetriebsdruck 9 atm) gewählt, die in den Jahren 1912 bis 1913 im Prager Betrieb Breitfeld-Danìk, später in den Böhmisch-Mährischen Maschinenbauwerken Kolben-Danìk hergestellt wurde. Die Leistung der Maschine wurde auf 750 HP (554, 35 kW) festgelegt. Das Fördergut wurde von den Abbauräumen zu den dreietagigen Förderkörben mit jeweils zwei Hunten mit einem Nutzinhalt von 0,63 m 3 transportiert und mit einer maximalen Geschwindigkeit von 12 m/s zu Tage gefördert.

Sowohl durch ihre Leistung wie auch durch andere Parameter stellt sie ein außerordentlich bedeutsames Werk der tschechischen Technik dar, das vom Staat als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Anna-Fördermaschine, die auch aus ästhetischer Sicht ein Unikat ist, war ohne größere Reparatur oder Rekonstruktion bis zur Stilllegung des Erzreviers Bøezové Hory 1978 in Betrieb, in den letzten drei Jahren allerdings mit Druckluftantrieb. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts war sie die einzige Dampfmaschine Europas, die aus einer Tiefe von 1 350 m förderte. Seit 1995 können die Besucher des Bergbaumuseums Pøíbram - Bøezové Hory deren Qualitäten bewundern.


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