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Die ältesten kleineren Montandenkmäler (ohne Mineralien, botanische und zoologische Sammlungen), die sich im Bergbaumuseum Příbram befinden, sind mit den ersten historisch nachgewiesenen Bewohnern der Region verbunden, den Kelten. Eine Reihe der von den Kelten verwendeten Werkzeuge hat bis heute die Form behalten. Die Spuren bergbaulicher Aktivität von Slawen reichen in das 10. bis 11. Jahrhundert, einige davon sind allerdings nicht glaubwürdig belegt. Die jetzige Quellenlage belegt sicher die örtliche Erzförderung und -verarbeitung seit dem 13. Jahrhundert, als im Erzrevier Březové Hory Erze aus den Polymetall-Lagerstätten Březové Hory und Bohutín mit einem erheblichen Gehalt an Silber, Blei, Zink und anderen Metallen verarbeitet wurden. Die älteste schriftliche Quelle über die Erzverarbeitung in der Příbramer Region ist die Urkunde vom 21. April 1311, durch die der Prager Bürger Konrad dem Prager Bischof Jan IV. die Hütte abtritt, die er in Příbram mit seinen Söhnen auf eigene Kosten erbaut hatte. Diese Nachricht wird für den ersten schriftlichen Beleg der örtlichen Blei- und Silbererzförderung und -verarbeitung gehalten. Es könnte sich auch um eine Eisenhütte gehandelt haben. Die Besucher des Bergbaumuseums Příbram können eine Kopie der Urkunde in der Ausstellung in der ehemaligen Kaue des Ševčin-Schachtes sehen. Das erwähnte Dokument bestätigt eine gewisse Bergbautradition, die sicher vor das Jahr 1311 reicht.

Die Montanarbeiten im Příbramer Gebiet wurden mit unterschiedlichem Erfolg auch im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte fortgesetzt. Seit den 30er bis Ende der 50er Jahre des 16. Jahrhunderts erreichte die erste ausgeprägte Förderkonjunktur ihren Höhepunkt, sie überschritt allerdings nicht die Grenzen der Region. Trotzdem führte sie zu einem Zustrom von Berg- und Hüttenleuten, vor allem von Deutschen aus dem Erzgebirge.

Diese Zeit wird zum Beispiel durch die Glocke aus der ursprünglichen bergmännischen St.-Prokop-Kapelle (die Glocke wird in das Jahr 1580 datiert) sowie eine Reihe von bergmännischen Arbeitswerkzeugen näher gebracht. Das technische Niveau der hiesigen Bergbautätigkeit wird im illuminierten Příbramer Graduale aus 80er Jahren des 16. Jahrhunderts in Bildern belegt.

Die älteste Fachliteratur zur Bergbau- und Hüttenthematik in der Sammlung des Bergbaumuseums Příbram ist das 1556 in Basel herausgegebene Buch von Georgius Agricola "De re metallica libri XII" mit vielen schönen Holzschnitten. Auch die anderen Titel sind wertvoll.

Beim Eintritt ins Foyer des Gebäudes mit den mineralogisch-geologischen und paläontologischen Ausstellungen des Příbramer Museums fesselt ein Bild aus dem 17. Jahrhundert an der Stirnwand des Vestibüls die Aufmerksamkeit aller Besucher: das monumentale und außerordentlich wertvolle Ölgemälde zum Lukas-Evangelium, Kapitel XVI. Es geht um die Parabel über den Wirt, der seinem Herrn Rechenschaft ablegt: Hier verantwortet sich der Gruben- und Hüttenverwalter dem Eigentümer des Bergunternehmens. Ähnliche Szenen lassen sich auch auf zwei Ölgemälden in der Sammlung der Gemäldegalerie Alte Meister im Dresdner Zwinger finden. Auch die Sammlung der Zeichnungen, Steindrucke und Stiche, die den Bergbau in einer Reihe von europäischen Ländern, darunter auch in Böhmen, zwischen dem Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts dokumentiert, ist von Wert.

Die meisten beweglichen Montandenkmäler in der Sammlung des Bergbaumuseums Příbram stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Das liegt vor allem daran, daß der Příbramer Silbererzbergbau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts europäisches und teilweise auch Weltniveau erreichte.

Das Bergbaumuseum Příbram sammelt auch viele Gegenstände der Volkskunst, die von hiesigen Berg- und Hüttenleuten hergestellt wurden. Hierzu zählen beispielsweise Bergwerkmodelle, hierorts "Stufenwerke" genannt, die mit Schnitzereien und dekorativen Mineralien kombiniert wurden, Holzskulpturen, die Bergleute und ihre Patrone darstellen, sowie Weihnachtskrippen.

Einen hohen historischen und dokumentarischen Wert hat der Urkundenfonds, der zum Beispiel Grubenrisse, technische Pläne und Zeichnungen, Fahrtenbücher oder Fotodokumente beeinhaltet. Einige Fotografien stammen sogar vom weltberühmten Fotografen František Drtikol (1883–1961). Auch die Chroniken oder Abschlussberichte (Abschlussbericht des Nationalbetriebs Erzbergwerke Příbram aus dem Jahre 1985 und der Abschlussbericht der Lagerstätte Příbram, DIAMO, Staatsbetrieb, Zweigbetrieb Verwaltung der Uranlagerstätten Příbram von 1995) sind beispielsweise von Wert.