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  - Museumsgeschichte   »   Verstorbene Häftlingen in der Pribramer Region 1951–1961

Seit Ende des 2. Weltkrieges gehörte Uran zu den strategischen Materialien, die zur Produktion von Kernwaffen erforderlich waren. Kernwaffen spielten eine große Rolle im Rüstungswettlauf zwischen UdSSR und USA während der Zeit des kalten Krieges. Die zwischenstaatliche Vereinbarung vom 23.11.1945 zwischen der ČSR und der Großmacht UdSSR als Partner legte für die ČSR eine Intensivierung der Uranförderung und eine ausschließliche Lieferung an die UdSSR fest. Dieser Fakt legte die Verhältnisse im Herzen Europas fest, vornehmlich mit dem kommunistischen Putsch vom Februar 1948 mit der Einführung des totalitären Regimes in der ČSR innerhalb der sowjetischen Einflusssphäre.

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Die Nachkriegs – ČSR kämpfte mit Schwierigkeiten bei qualifizierten Arbeitskräften. Es herrschte Mangel an Fachleuten im Bergbau und in anderen Wirtschaftszweigen. Eine Lösung war zuerst der Einsatz der deutschen Kriegsgefangenen durch deren Einsatz in anderen Betrieben, Einrichtungen, Instituten und in der Armee Abhilfe geschaffen wurde weiterhin organsierte man gezielte Werbemaßnahmen. Doch bereits 1949 zwang man die Häftlinge aus den Straflagern, die politischen Häftlinge inbegriffen, zu diesen Arbeiten. Der besondere Hass des Unterdrückungsregimes richtete sich besonders gegen die Nichtkommunisten, die Teilnehmer am nichtkommunistischen Widerstand im 2. Weltkrieg, gegen Geistliche, Familien der Einzelbauern und Gewerbetreibenden, die demokratisch orientierte Intelligenz, gegen die in Jugend- und Sportbewegungen Organisierten und weitere soziale Gruppen. Unter den Häftlingen befanden sich berühmte und namhafte Persönlichkeiten. Vielseitig war die Gewinnung neuer Arbeitskräfte. Zwei Hauptgründe dominierten: Nichtakzeptanz des Regimes und unbequemes Verhalten, vielfach waren es auch nur politisch Verdächtige oder potentiell Gegner der volksdemokratischen Ordnung. So wurden wertvolle Kräfte für die Nutzung durch die Volkswirtschaft gestellt. Gemeinsam mit den politischen Häftlingen waren Kriminelle, Vertriebene und Verurteilte inhaftiert.

Zemřelé nesvobodné pracovní síly - publikace

Eine bittere Ironie des Schicksals war, dass unter den Häftlingen Personen waren, die sich während des 2. Weltkrieges  für die Befreiung der ČSR vom faschistischen Joch eingesetzt hatten. Denen wurde nun mit der Zwangsarbeit in den Uranbergwerken und in der Uranaufbereitung  „gedankt“. Unter den Häftlingen befanden sich bekannte Politiker, Wissenschaftler, Geistliche, Künstler, Sportler, Ärzte usw. Besonders bitter war, dass die Kämpfer gegen die Naziokkupanten gemeinsam mit Kriegsverbrechern und Vertretern der Sicherheits-  und Unterdrückungsapparate der Okkupanten, Kollaborateuren und Verrätern eingesperrt waren – also mit wirklichen Verbrechern. Diese Verbrecher wurden ergänzt durch Mörder, Diebe und andere Kriminelle unter denen die Vertreter der Demokratie leiden mussten. Manche der politischen Häftlinge kamen dabei leider ums Leben.