BERGBAUFREILICHTMUSEUM BREZOVE HORY
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Im Areal A "Ševčin - Schacht" befindet sich die Kasse im Gebäude der ehemaligen Scheidebank, mit den Ausstellungsteilen "Traditionelles Handwerk und Gewerbe in Příbram" und der weiteren ständigen Ausstellung "Bergbau- und Hüttengebäude Příbrams auf historischen Fotografien".

Es wird das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben vom Mittelalter bis zum 20. Jh. dargestellt, dominierend dabei ist die berg- und hüttenmännische Tätigkeit und das traditionelle Handwerk (Wachszieherei, Schnitzerei, Herstellung von Weihnachtskrippen, Handschuhnäherei, Spielwarenherstellung usw.) und weiterem Kleinhandwerk (Herstellung von Devotionalien). Erinnert wird an die Verbindung der Existenzsicherung mit den Wallfahrten zum Heiligen Berg. Dieses barocke Kleinod ist Bestandteil des europäischen Wallfahrtsweges, verbunden mit dem Marienkult. Weiterhin die älteste Urkunde von 1216 die die Existenz von Příbram bestätigt.

Sv. Barbora Sv. Prokop

Im Gebäude der ehemaligen Kaue von 1880 befindet sich der Ausstellungsteil zur „Příbramer Bergbaugeschichte“. Es wird die berg- und hüttenmännische Tätigkeit von der Urgeschichte bis zur Stilllegung der Förderung zu Ende des 20. Jh. dokumentiert.  Gezeigt wird die 1000jährige Förderung aus dem Silbererzrevier und aus dem Uranrevier seit 1948. Es werden bronzene Gegenstände aus der Besiedlung durch die Kelten gezeigt. Ein Dokument von 1311 belegt die Existenz von Hütten und Schächten. Hier sind auch bergmännische Uniformen und bergmännisches Gezähe zu finden. Man findet auch Informationen zur Gründung der Bergschule 1849, später Bergakademie und Berghochschule.

 

An den Grubenbrand (die größte Bergwerkskatastrophe der Welt in dieser Zeit) von 1892 auf dem Maria – Schacht wird an Hand von Dokumenten und Bildern erinnert. Erinnert wird auch an das Erreichen von 1000 m Teufe weltweit erstmalig im Jahr 1875. Der Silber- und Uranbergbau wird an Hand von Vermessungsgeräten, Geräten der Grubenwehr und weiteren Ausrüstungen erläutert.  Das Museum erinnert hier an den Beginn des Uranbergbaus und den Einsatz politischer Zwangsarbeiter im Uranbergbau ab 1948.

Als weitere Ausstellungsteile schließen sich an „Die Entwicklung des Grubentransportwesens in Příbram“, „Bohrtechnik in den Příbramer Bergwerken“ und „Panorama des Birkenberger Erzreviers“.  Diese Ausstellungsteile befinden sich im attraktiven und authentischem Ševčin–Schacht. Hier befindet sich ein Fördergerüst mit den Fördergestellen. Der Schachtförderturm von 1879 ist ein Vertreter der Bauart Malakoff. Er wurde zum Eintrag in die UNESCO – Welterbeliste vorgeschlagen. Aus 37 m Höhe bietet sich ein Ausblick auf Birkenberg und die Umgebung.

In der Maschinenhalle des Ševčin – Schachtes wird ein Kompressor von 1928 gezeigt. Dieser Ausstellungsteil nennt sich „Die weltweite Bedeutung des Birkenberger Erzreviers im 19. Jh.“. Hier wurde bis zum Ende des 19. Jh.  90 % des Silbers von Österreich – Ungarn gefördert.

 

Auch ein Spritzenwagen der Werksfeuerwehr der Příbramer Bergdirektion von 1885 ist hier zu bewundern, Hergestellt wurde er von der Firma F. Smekal, Praha - Smíchov. 2006 erhielt  das Bergbaumuseum Zdeněk Tůma und Václav Máša aus Dobříš dieses Fahrzeug.

Im ehemaligen Verwaltungsgebäude von 1885 befindet sich die mineralogisch-geologische  Sammlung zum Birkenberger Silbererzrevier, der Uranerzlagerstätte und der Eisenerzlagerstätten im Brdy – Gebiet. Hier findet man auch Bergmannslampen, Bergmannshäckchen, Modelle sowie Stufenwerke. Ein thematischer Teil beschäftigt sich mit der Příbramer Paläontologie.

Auf der Freifläche findet man auf Gleisen von  180 m Bergbautechnik des Erz- und Uranreviers der 2. Hälfte des 20. Jh. Einen Eindruck von mittelalterlicher Fördertechnik erhält man durch einen Haspel, einen Pferdegöpel und ein Bergglöckchen. Ausgebaut wurde die Freifläche mit Bergbautechnik und der Unterstützung des ehemaligen Betriebes Rudné doly, s. p., heute DIAMO, s. p.

Auf dem Hof beginnt die Grubenbahntrasse mit 230 m Länge zwischen Ševčin- Vojtěch-Schacht. Es wurde die historische Trasse von 1884 rekonstruiert, die das Erz zur Zentralaufbereitung am Vojtěch – Schacht transportierte. 

 

Vom Areal A startet auch die Besichtigung des Bergarbeiterwohnhäuschens aus dem 17. Jh., hier lernt man das Leben einer Bergmannsfamilie an der Wende vom 19. zum 20. Jh. kennen. Die Ausstellung zeigt auch volkstümliches Spielzeug, Bauernmöbel, Handpuppen und Arbeitsgeräte. Das Bergarbeiterwohnhäuschen ist 300 m vom Ševčin – Schacht entfernt in der Havířská - Straße 105.

Ebenfalls vom Areal A aus beginnt die Besichtigung des Wasserrades auf dem Drkolnov (August)- Schacht von 1836. Hier befindet sich das gusseiserne Wasserrad mit einem Durchmesser von 12,4 m/16 PS mit angeschlossenem Kunstgestänge und 2 gusseisernen Kunstwinkeln. Es nutzte die Wasserkraft im Rahmen der bergmännischen Wasserwirtschaft (Kunstteiche, Kunstgräben, Röschen und Entwässerungsstollen. Ab 1850 wurde ein hölzernes Wasserrad zur Wasserhebung eingesetzt. In den 90er Jahren des 19. Jh. wurde das hölzerne Rad durch das Heutige ersetzt. Bis 1961 diente es der Trinkwasserversorgung von Příbram. 2000 bis 2003 wurde es rekonstruiert und koserviert. Der Drkolnov – Schacht ist ca. 1,5 km vom Ševčin – Schacht entfernt und kann per PKW, Bus oder zu Fuß erreicht werden (Karte).

Das Sammeln von Mineralien ist auf dem Gelände des Ševčin – Schachtes auf dem umgelagerten Teil der Halde des Lill – Schachtes von 1857 möglich.